Nach fast einer Woche hier, konnte ich den Blog endlich zum Laufen bringen und kann euch nun von meinen ersten Tagen in Kapstadt zu erzählen!
Der Flug am 23. September war sehr anstrengend. Ich bin von Stuttgart über Istanbul und Johannesburg geflogen. Überall sind wir mit einer Stunde Verspätung los.
Nach 18 Stunden endlich am Ziel angekommen, wurde ich auch schon von der warmen Frühlingssonne und einem sehr netten Herren der Organisation empfangen. Nach der ersten Einweisung und (zu) vielen Informationen über Kapstadt, mein Praktikum und alles was dazugehört, lernte ich gleich ein paar sehr nette Holländer kennen, die ebenfalls ein Praktikum über die Organisation machen. Sie zeigten mir noch am ersten Abend den wunderschönen Blick vom Signal Hill, einer der kleinereren Berge hier, auf Kapstadt bei Nacht. Atemberaubend sag ich euch!Ich war echt sprachlos und das passiert ja nun wirklich nicht oft ;-)
Meine neuen Mitbewohner waren auf einem zweitägigen Ausflug und so lernte ich sie erst am darauffolgendem Nachmittag kennen.
Eine Truppe aus drei Jungs, zwei Holländer und einer aus Deutschland, drei Mädels, zwei davon ebenfals aus der Heimat und Tineke, meine Zimmergenossin, kommt aus den Niederlanden. Sie sind alle zwischen 19 und 24 Jahre und wirklich super nett! Ich bin an dem Abend mit den drei Mädels in eine Bar gegangen in der vorrangig Locals, also Einheimische, ihren Samstagabend verbringen.
Es war so interessant, so neu und so anders als alles, was ich bisher kannte. Es war eine super Stimmung, wir wurden natürlich davon angesteckt. So lernten wir uns gleich etwas besser kennen!Wir verstehen uns alle gut und ich bin richtig froh, in dieser WG gelandet zu sein!
Es war so interessant, so neu und so anders als alles, was ich bisher kannte. Es war eine super Stimmung, wir wurden natürlich davon angesteckt. So lernten wir uns gleich etwas besser kennen!Wir verstehen uns alle gut und ich bin richtig froh, in dieser WG gelandet zu sein!
Wir wohnen zusammen in einem großen Haus, das ist sehr gut gelegen und nicht weit vom Zentrum entfernt. Es gibt fünf Schlafzimmer, in den meisten ist Platz für zwei Leute.
Das Zimmer, das ich mir mit meiner Mitbewohnerin teile ist sehr groß. Jeder hat ein Bettchen, einen Nachtschrank und einen Teil des großen Kleiderschranks. Wir wollen uns demnächst ein paar Poster kaufen um unsere hohen, kahlen Wände zu schmücken.
Ansonten gibt es vier Badezimmer, jeweils mit Dusche, Waschbecken und Toilette.
Ich teile mir eins mit den zwei deutschen Mädels.
Der Mittelpunkt des Hauses ist ein großes Wohnzimmer, mit einem Fernseher, der allerdings fast nie benutzt wird da er nur 4 sender hat :-), außerdem liegt dort noch eine große Madratze zum Faulenzen, zwei Sofas und einem Sessel zum hinlümmeln gibts es auch noch.
An einem langen Esstisch sitzen wir meistens zum Abendbrot und zum Klönen.
Gekocht wird in einer geräumigen Küche, an die eine kleine Speisekammer angrenzt.
Von der Küche aus geht es auf einen kleinen Hof, auf dem bei schönem Wetter (also zb. grad jetzt, es sind um die 25 Grad :-)) die Wäsche getrocknet werden kann.
Nach der Arbeit, also zwischen 4 und 5 Uhr treffen sich alle auf einer kleinen Dachterasse, auf derm man gemütlich in der Nachmittagssonne auf drei großen Madratzen relaxen kann. Das Beste daran ist der Blick auf den Tafelberg!
Unsere Wertsachen verstauen wir immer im Safe. Wir haben einen großen für alle und ein paar Kleine, die sich jeder mit seinem jeweligen Zimmergenossen teilt.
Diese Safes sind auch sehr wichtig, denn erst vor zwei Wochen wurde hier eingebrochen. Doch keine Sorgen, die Schlösser wurden erneuert und nun lässt sich keiner mehr den Schlüssel klauen :-) Außerdem ist das ganze Haus von einer Mauer und einem elektrischen Zaun umgrenzt. Doch wenn man an dem vorbei ist, ist man noch lange nicht im Haus, Gitter vor Türen und Fenster sorgen für die Sicherheit. War am Anfang sehr ungewohnt, aber so ist das hier nun mal und es wird halt benötigt.
Wenn wir schon beim Thema Sicherheit sind, will ich euch gleich erzählen, dass ich nun stolze Mieterin eines Autos bin. Meine Arbeit ist in einem Viertel, in dem es nicht gerade sicher ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, weshalb mir die Leiterin der Organisation dringend dazugeraten hat ein Auto zu mieten.
Am Montagabend brachte mir die Autovermietung dann einen ihrer "besseren" Mietwagen.
Was hier ein begehrtes Auto ist, wäre bei uns mit der Abwackprämie auf dem Schrotthaufen gelandet ;-)
Mein weißer VW Chico hat nicht nur keine Servolenkung, die Kupplung, die Bremse, das Gaspedal, der Anlasser und die Schaltung scheinen ihren eigenen Kopf zu haben und machen immer was sie wollen und das ist meistens nicht viel :-) aber je mehr ich mit der alten Karre fahre, desto besser wird es.
Meine Arbeit ist circa 20 Minuten von meiner Unterkunft entfernt, ich fahre fast die ganze Zeit Autobahn.
Diese Woche musste ich nur zweimal zur School of Hope, meiner Arbeitsstelle. Am Dienstag haben sie mir die Schule für Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 22, die zum Beispiel Probleme mit Drogen, Kriminalität, früher Schwangerschaft oder HIV hatten/haben, gezeigt und mir meine Aufgaben erklärt.
Ich werde das erste Magazin der School of Hope anlässlich ihres zehnten Jubiläums erstellen.
Das bedeutet, dass ich mir erstmal überlege, was alles in dieses Magazin hinein soll, danach setze ich mich mit dem Material, das mir alle Information über die School of Hope, die Mitarbeiter und die Schule gibt, auseinander.
Anschließend folgen Interviews und Unterhaltungen mit Schülern und Lehrern und ich sammle Material, also Fotos, Zeichnungen, besonders gute Arbeiten von ihnen ein. Danach geht es dann ans Schreiben.
Wenn das alles fertig ist, wird es von einer Leherin auf Rechtschreibung usw. kontrolliert und dann geht es zu Jemandem der sich um das Layout, das Design und den Druck kümmert.
Wenn das alles geschafft ist, halte ich hoffentlich am 10. Dezember ein fertiges Magazin in den Händen :-)
Da ist nämlich mein letzter Arbeitstag, da die Schule dann Ferien hat.
Da ich aber erst am 17. Dezember nach Hause fliege, habe ich noch eine Woche Zeit um entweder eine kleine Reise zu machen oder den Sommer hier zu genießen.
Doch bis es soweit ist, gibt es viel zu tun! Ich freu mich sehr über diese Aufgabe! Es ist eine Wirklich tolle Herausforderung!
Am zweiten Tag in der School of Hope, die ein Projekt einer Organisation ist, nahm mich der Zuständige für Praktikanten mit auf einen kleinen Trip Richtung Osten, die Gebiete heißen Stollenbosch und Summerset West. Richtig traumhafte Gegenden. Dort schauten wir uns drei weitere Projekte der Organisation an.
Das Erste, mein Lieblingsprojekt, war ein Kindergarten. Die Eltern dieser Kinder sind fast alle Farmer. Das Problem daran ist, dass die Farmer hier in der Regel nicht mit Geld sondern mit Wein bezahlt werden und so ist ein Großteil Alkoholiker. Viele Mütter haben dann auch in der Schwangerschaft getrunken und das sieht man vielen Kindern an. Aber die Kleinen sind so süß. Sie kamen gleich alle angerannt, wollten auf meinen Arm, spielen und kuscheln. Ein kleines Mädchen war total begeistert von meiner Kette. Ich konnte mich kaum los reißen :-)
Das Zweite war eine Farm auf der sich Leihmütter um Babies und Kleinkinder mit HIV kümmern. Auch bei dem dritten Projekt geht es um HIV. Es ist eine Art Krankenstation in der Gegend mit der Höchsten HIV-Rate in Südafrika. Aber auch Patienten mit Tubaculose konnte man hier sehen. Für die Menschen sind solche Projekte hier wirklich überlebenswichtig.
Nun habe ich erstmal noch bis Montag frei. Wenn mein kleiner Pau also Geburtstag feiert geht es bei mir richtig los :-) Ich werde den freien Tag heute und auch morgen dazu nutzen die Planung für das Magazin zu machen. Unsere kleine Dachterasse ist dafür der perfekte Platz :-)
Am Wochenende machen Tineke und ich eine organisierte Townshiptour, wir werden also mit einem Einheimischen, der diese Ausflüge immer für und mit Touristen macht, in die Elendsviertel von Kapstadt fahren. Denn so schön, atemberaubend und unglaublich toll Kapstadt auch ist, diese Seite gehört genauso dazu.
Wenn das Wetter gut ist, wollen wir aber natürlich auch noch an den Strand :-)
Vorgestern war ich mit den zwei Deutschen Mädels auf dem Lions Head, auch ein Berg in Kapstadt. Ich glaub der ist ungefähr 700 Meter hoch. Von dort aus haben wir uns den Sonnenuntergang angesehen! Das war echt traumhaft. Weniger traumhaft war der Weg hoch bzw. runter. Das ist nicht so, dass man da mal eben gemütlich hoch wandert. Die ganze Zeit muss man Steine hochklettern und teilweise sind da sogar Leitern im Fels drin. Ich hab immer noch Muskelkater ;-) Aber für es hat sich gelohnt!
Ja ihr Lieben, ich hoffe ich konnte euch einen ersten Einblick geben! Wie ihr bestimmt gemerkt habt beim Lesen, geht es mir sehr gut hier! Die ersten zwei Tage waren nich so einfach, denn es wirklich alles so komplett anders hier und es ist sooo weit weg und soooo neu! Doch ich bin sicher es würde euch auch sehr gut gefallen! Fotos kann ich aus unerfindlichen Gründen leider noch nicht hochladen, aber ich werde es weiterhin versuchen!
Ich denk an euch und schicke ganz viele dicke Drücker nach Deutschland!
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