Dienstag, 26. Oktober 2010

Kalamaris, Haie und ganz viel Salzwasser

Wieder gibt es viel zu berichten aus dem fernen Südafrika!
Die vergangene Woche fing mit einer Nachricht meiner Bank in Deutschland an! Jemand hatte mit meinem Kreditkartenaccount ein Handy für schlappe 365 Euro hier in Südafrika gekauft, weshalb meine Karte nun gesperrt wurde. Darüber war ich natürlich weniger erfreut, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.
Das Geld musste ich natürlich nicht bezahlen, doch stellte es sich als schwierig heraus, die beste Möglichkeit zu finden, meine neue Kreditkarte sicher und schnell nach Kapstadt zu kriegen. Ohne sie komme ich ja an kein Geld. Die Mama von einer anderen Praktikantin, Desiree, fliegt am Donnerstag aus Holland nach Südafrika um ihre Tochter zu besuchen. Meine Mama wiederum war so lieb und hat sich mit verschiedenen Zustelldiensten und der Post rumgeärgert um meine Kreditkarte schnellstmöglich und sicher nach Holland zu kriegen. Nun wird die freudig erwartete Karte am Donnerstag auf südafrikanischen Boden eintreffen.
Die alte Karte musste allerdings daran glauben... :-(


Ich habe mich natürlich mit der Leiterin der Praktikumsvermittlung hier in Kapstadt in Verbindung gesetzt um zu erfahren was ich nun wegen des Betrügers machen soll, der eigentlich nur aus meiner Autovermietung kommen kann. Die Automiete war nämlich das Einzige, was ich mit der Kreditkarte bezahlt habe. 
Ein Anruf bei der VW-Vermietung ergab nur, dass sie so etwas angeblich noch nie hatten und man nich glaube, dass einer der Kollegen so etwas tun würde. Na ja kann man nichts machen, werde halt nur noch bar bezahlen.
Ansonsten war die Woche wieder sehr schön. Beim Abendbrot essen, beispielsweise beim Sonnenuntergang, vergisst man ganz schnell den Stress.

Der Tafelberg in Wolken eingehüllt und angestrahlt von der untergehenden Sonne...

... in der Camps Bay.
Wie ja allseits bekannt ist, bin ich kein Freund von Fisch und all den anderen Dingen aus dem Meer. doch ich habe tatsächlich Kalamaris gestestet! Doch kein Grund zur Sorge, mein Lieblingsessen wird es definitiv nicht! :-)

So erfreut wie ich hier gucke war ich angesichts des toten Tieres aus dem Meer an meiner Gabel allerdings nicht :-)
Am Mittwoch hatte ich einen sehr langen Arbeitstag, da am Abend die Awardverleihung statt fand. Die Schüler jeder Klassenstufe der "School of Hope" bekamen Auszeichnungen für besondere Lernleistungen. Außerdem wurden die diesjährigen Absolventen verabschiedet. Meine Aufgabe dabei war es, die Fotos zu machen.

Bei dem Awardsabend mit zwei der Absolventen.
Die Stimmung dort war echt unglaublich und nicht zu vergleichen mit der bei einer Deutschen Veranstaltung dieser Art. Bevor das Programm überhaupt losging wurde zusammen gesungen. Bei uns würde sich jeder hinter seinem Textblatt verstecken und versuchen so leise wie möglich etwas vor sich hin zu brummeln. Hier standen alle auf, haben so laut gesungen wie es ihre Stimme zu ließ und tanzten um ihre Stühle herum.
Allgemein läuft es übrigens gut mit dem Magazin. Es gestaltet sich zwar immer etwas schwierig alle Informationen zu kriegen, da die Mentalität der Südafrikaner ja sehr relaxt ist. Man lässt sich hier für alles ewig Zeit. Aber beispielsweise haben wir es endlich geschafft jemanden zu finden, der das Layout übernimmt. Wir werden uns jetzt hoffentlich bald mit dem treffen und dann alles weitere besprechen.
Am Donnerstag wollten Tineke und ich mal ein paar Bahnen schwimmen gehen in einem süßen, alten, türkischen Schwimmbad. Nach 25 Minuten jedoch plätscherte plötzlich etwas Dunkelrotes vor mir herum. Da ich ja weder Brille noch Kontaktlinsen beim schwimmen trage, stellte ich nicht sofort fest, was Tineke mir wenige Minuten später mit schreckerfüllter Stimme sagte: "Es ist eine Kakerlake!"... Na ja ihr könnt euch ja vorstellen, wie schnell ich aus dem Wasser raus war :-)
Am Abend war dann schick machen angesagt, denn Donnerstags ist meistens Ausgehtag.

Mit Annelien, Desiree, Tineke und Jenna!
Am Wochenende sind wir zur Old Biscuit Mill gefahren. Das ist eine Art Markt, der immer Samstags geöffnet hat. Es gibt unzählige Stände mit super vielen Leckereien. Wichtigste Regel: hungrig hinfahren!

Mmmmhhhhh....ein Fruchthake schlürfen mit Tineke

Super leckere Törtchen! Nur ein Beispiel der tollsten Köstlichkeiten :-)
Nachdem wir uns dort den Bauch vollgehauen haben, stand Sport auf dem Tagesrogramm. Aber nicht joggen oder irgendwas anderes Langweiliges, sondern: Surfen! Der Muizenbergbeach ist ungefähr eine halbe Stunde entfernt und einer der bekanntesten Orte zum Surfen! Jedoch wurde unsere Euphorie etwas gebremst als wir dort ankamen und die rote Haiflagge gesehen haben. 
Als wir dann noch auf der Haitafel gelesen haben, dass erst vor einer Stunde ein Hai gesehen wurde und dieser schon der zweite an diesem Tag war, haben wir kurz darüber nachgedacht einfach nur gemütlich am Strand zu liegen. Doch da das Meer voller Surfer und Schwimmer war, kam Kneifen nicht in Frage :-)




Jedoch stellte es sich schon als schwerig heraus überhaupt erstmal in den Neoprenanzug herein zu kommen. Als diese Hürde genommen wurde, konnte es endlich losgehen... dachte ich zumindest. Jedoch ist es gar nicht so einfach das riesige Brett wenigstens ein Bischem vom Strand weg aufs Meer zu kriegen, da mich die Wellen immer wieder nach hinten gewurfen haben. Endlich an einer guten Stelle angekommen, versuchte ich mich auf das Brett zu legen... und rutschte prompt an der Seite herunter :-) Nachdem das ein paar mal passiert ist und ich es endlich geschafft hatte vor einer Welle weg zu paddeln und der Augenblick gekommen war sich hinzustellen, schwappte eine riesige Ladung Salzwasser über mich herüber :-) 
Surfen ist also nicht so einfach wie es aussieht, macht aber jede Menge Spaß!

Mit Tim, Tineke und Finn startklar für die Wellen!

haha, leicht überfordert mit dem riesigen Ding :-)




Am Sonntag wusste das Wetter nicht so richtig, was es eigentlich wollte. Das ist sehr typisch für Kapstadt und die Gegend. Sonne, Regen, Sonne, Wolken, Wind,.... So haben wir beschlossen in Kapstadts Aquarium zu gehen. Das ist an der Waterfront, dem Hafen.

Zwischen ganz vielen "Nemo-Fischen"
Ja ihr Lieben, das wars wieder von mir! Ich hatte wieder viele schöne Erlebnisse und genieße es sehr hier zu sein! Es ist wirklich traumhaft schön! Jeden Tag wenn ich zur Arbeit fahre und auf den Hafen und das Meer herab blicke und wenn ich auf dem Rückweg  auf den gigantischen Tafelberg zu fahre, bin ich glücklich diese Möglichkeit zu haben!
Wie ich höre, wird es in Deutschland jetzt wirklich kalt und winterlich! Hihi :-)
Wenn es sonst was Neues gibt oder ihr irgendwelche Fragen habt oder euch einfach melden wollt, freu ich mich natürlich wenn ihr mir eine E-Mail schreibt! Die Adresse ist: pmaack@me.com

Also ganz, ganz liebe Grüße in die Heimat von eurer Pia!

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